Projekt Regionale 2025:

Kreativ Quartier Wippermann

Südwestfalen ist eine wunderschöne Region mit hoher Wohn- und Lebensqualität, die für Tradition und Moderne steht. Dabei ist unsere Kultur- und Naturlandschaft der Boden für besondere regionale Wertschätze, sei es in Form von Gebäuden, Landschaften oder Produkten. 

Südwestfalen ist eine Region mit einer sehr hohen industriellen Wertschöpfung. Um diese zu erhalten, brauchen wir einen ganzheitlichen Ansatz, der historisches Erbe, etablierte Unternehmen und Baukultur mit neuen Startups, modernen Organisationsstrukturen und digitalen Entwicklungen verbindet. Es soll eine regionale Wertschöpfungskette initiiert werden, die ein Impuls für die regionale Entwicklung und Zukunft sein kann

Dafür braucht die digitale Entwicklung auch reale Orte zur persönlichen Begegnung: Aus dem digitalen entsteht so ein auch ein persönliches Netzwerk. Denn typisch für unsere Region ist, dass wir das Gemeinsame schätzen und eine Region der gelebten Kooperation sind. Dies soll idealer Weise in den Mitten unserer Städte und Gemeinden entstehen

Das Wippermann-Gelände ist für uns heute neben dem Rathausquartier (entwickelt mit Hilfe der Regionale 2013) die wichtigste Fläche mitten in unserer Stadt. Das alte, die Stadt Halver seit dem 18. Jahrhundert prägende Industriegelände soll einer neuen, modernen Nutzung zugeführt und zukunftsorientiert gestaltet werden. Seit Ende des 19. Jahrhunderts befand sich auf der Fläche die Brennerei „Gebrüder Wippermann, Halver“, in der unter anderem Schnaps und Parfum hergestellt wurde. 1921 gründete Erich Wippermann auf diesem Gelände die Erich Wippermann GmbH, ein Kunststoff-, Press- und Spritzgusswerk.

Derzeit ist auf dem Wippermann Gelände die Beschäftigungs- u. Qualifizierungsgesellschaft Werkhof gem. GmbH beheimatet. (https://werkhof-hagen.de/)

Wiederverwerten statt wegwerfen: Das ist das Motto des Werkhofs. Statt ausrangierte Haushaltsgegenstände zum Sperrgut zu geben, können die Bürger von Halver diese auch von den Mitarbeitern des Werkhofs Halver abholen lassen oder selber vorbei bringen. Die Spenden werden dort sortiert, geprüft, gereinigt und gegen ein geringes Entgelt angeboten. Insgesamt verfügt der Betrieb hier über rund 2400 Quadratmeter überdachte Fläche – für Werkstätten, Lager, Verkauf, Sozialräume und vieles mehr. 42 Mitarbeiter arbeiten derzeit hier. 

Die Aufgaben sind vielfältig – der Werkhof betreibt eine Schreinerei, eine Elektro- sowie eine Metall- und Fahrradwerkstatt, nicht zu vergessen die Annahmestelle für Elektroaltgeräte. Einkaufen kann jeder hier.

Bisher ist Konsens in allen Fraktionen und der Verwaltung, aber auch bei den Bürgern dieser Stadt, dass der Werkhof so lange wie möglich an diesem Standort gehalten werden sollte. Dies steht aber einer zukunftsorientierten Entwicklung des Areals nicht im Wege, sondern unterstützt diese im Gegenteil.

Die Fläche des Wippermann Geländes lässt sich dreiteilen:

  • Im oberen Teil, welcher unmittelbar an die Frankfurter Straße angrenzt, steht ein Bürogebäude in baulich ordentlichem Zustand. 
  • Im mittleren Teil finden wir die Verkaufs- und Lagerflächen des Werkhofs. Hinter der neuen Fassade existieren noch die Räume der alten Schnapsbrennerei
  • Im unteren Teil befindet sich eine unbebaute Grundstücksfläche.

Die Entwicklung des Geländes sollte wie folgt erfolgen:

Kreativ Quartier Wippermann

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Diese Idee beinhaltet kein Technologie- und Gründerzentrum im althergebrachten Sinn. Unser Kreativ Quartier Wippermann bietet Startups, Freelancern und Digitalen Nomaden ein Zuhause an, um schnell und kostengünstig durchstarten zu können. Dabei möchten wir eine Umgebung schaffen, die das Miteinander fördert und für Gründer das erfolgsrelevante Öko-System bietet.

Dies beinhaltet zunächst die Möglichkeit, einen Arbeitsplatz zu mieten – einen Schreibtisch, ein Büro für wenige Tage oder auch Monate oder länger. In dieser Miete ist die Nutzung der Infrastruktur enthalten: schnelles WLAN, Sekretariatsservice, Drucker, Kopierer, Kaffeeküche, Konferenzräume etc. 

Coworking ist jedoch viel mehr. Jeder, der in unserem Coworking Space das Zusammenarbeiten auf flexibler und freiwilliger Basis nutzt, hat dadurch die Möglichkeit, von der Community zu profitieren, so dass sich sehr schnell Synergien ergeben. So treffen Menschen für neue Projekte oder Geschäftsideen aufeinander, die sich in einzelnen abgeschotteten Büros nie gesehen hätten.

Es gibt regelmäßige Netzwerk-Veranstaltungen für Mitglieder und Externe, z.B. Stammtische, Frühstücke oder BBQs, bei denen der Austausch von Wissen und Erfahrungen sowie das Kennenlernen von relevanten Personen aus der Gründerszene in lockerer Atmosphäre vereinfacht wird. 

Und das Ganze geht noch einen Schritt weiter. Im Sinne eines „Startup Inkubator“ wollen wir Infrastruktur, Wissen, Knowhow und etablierte Netzwerke verknüpfen, von denen die Mitglieder innerhalb kürzester Zeit profitieren. So steht das Netzwerk mit anderen Startups in verschiedenen Phasen, Beratern und Mentoren, Investoren im Vordergrund. 

Aus Entrepreneurship-Sicht entsteht durch die Zusammensetzung der Nutzer meist ein hoch kreativer Nährboden für neue Ideen, der von Unternehmen für Open Innovation genutzt werden kann, indem z.B. gezielt einzelne Mitarbeiter auf Zeit in das Kreativ Quartier entsandt werden können. 

Wir haben viele innovative Unternehmen hier oben an der Volme, die wir für diese Zusammenarbeit begeistern können.

Durch den persönlichen Austausch beim zufälligen Treffen in den Büros, auf den Fluren oder in den Gemeinschaftsräumen, in Sprechstunden oder in Veranstaltungen wie Konferenzen, Workshops und Seminaren erhalten die Startups auf diese Weise innerhalb kürzester Zeit Zugriff zu einem Netzwerk und Wissen, welches sie normalerweise erst nach vielen Jahren selbst aufgebaut hätten. 

In diesem Konzept darf natürlich auch Gastronomie nicht fehlen. Ob Frühstück, kleines Mittagessen, Happy Hour oder Abendgastronomie, das Angebot soll breit aufgestellt sein und auch hier die Kommunikation unterstützen.

In Großstädten gibt es diese Form des Arbeitens und Schaffens schon seit geraumer Zeit. Führende Beispiele sind hier die factory in Berlin (www.factoryberlin.com) oder Startplatz in Köln und Düsseldorf (www.startplatz.de).

Passt das auch für Halver? Ja – auch hier gibt es erfolgreiche Beispiele für kleine Städte: 

„Coconut – a Workation Retreat“ in Bad Belzig, 11.000 Einwohner, 100 km von Berlin in Brandenburg (www.coconat-space.com)

Geplant ist zunächst, das existierende Bürogebäude im oberen Drittel des Geländes entsprechend umzubauen. Hier sollen Büros, Coworking Spaces und Konferenzräume, etc. entstehen.

Die ehemalige Schnapsbrennerei wird aus ihren „Dornröschenschlaf“ hinter den Fabrikfassaden geholt und bietet nach ihrem Umbau den perfekten Ort für einen Gastro-Bereich im Kreativ Quartier.

Werkhof

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Im mittleren Teil des Wippermann-Geländes behält der Werkhof seine Heimat. Da wir jedoch wissen, dass nicht alle Flächen benötigt werden, kann man kleine Teilbereiche der Nutzung dem Kreativ Quartier zuweisen. 

Für ein Kreativ-Quartier ist Stillstand Rückschritt – es muss sich ständig passgenau für unsere Stadt und unsere Region weiterentwickeln. Diese Möglichkeiten bestehen auf dem Wippermann-Gelände auch in der Zukunft. 

Weitere Flächen können im Zeitablauf erschlossen werden – Büros, kleinere Labore, Forschungs- und Entwicklungsräume, kleinere Werkstätten. So wie sich der Bedarf entwickelt. Dabei wird der Werkhof nicht weichen, wenn er weiterhin ein Erfolgsrezept ist und von der Bundesanstalt für Arbeit gefördert wird. Wir können uns aber auch vorstellen, dass sich beide Konzepte – Kreativ Quartier und Werkhof gemeinsam integriert weiterentwickeln, insbesondere im Hinblick auf kleine Werkstätten.

Auch die bestehende „Stage-Halle“ könnte in das Gesamtkonzept hervorragend integriert werden und kreativen Raum für kleinere Konzerte und Musikveranstaltungen.

Städtisches Wohnen 

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Auf der unbebauten Fläche im unteren Teil kann modernes städtisches Wohnen entstehen – entweder unabhängig vom Kreativ-Quartier als entscheidender Pfeiler einer Finanzierung oder auch als Baustein eines Gesamtkonzepts Arbeiten und Leben in enger Nachbarschaft. Auch ein MVZ (Medizinisches Versorgungszentrum) könnte hier passgenau für Halver entstehen.

Organisationsstrukturen

Die Idee des „Kreativ Quartiers Wippermann“ stammt von Ratsmitglied Matthias Clever (Grüne) und ist in den letzten Jahren im Rahmen einer fraktionsübergreifenden Arbeitsgruppe weiterentwickelt worden: Neben Matthias Clever haben Dr. Sabine Wallmann, Werner Lemmert und Kristian Hamm (alle UWG), Martina Hesse (CDU) und Sascha Gerhardt (FDP) an der Realisierung dieses Projekts gearbeitet. Unterstützt wurden sie seit geraumer Zeit vom Kämmerer der Stadt Halver, Markus Tempelmann. Im Rahmen der Regionale 2025 ist dieses Projekt gleich zu Anfang auf eine überragend positive Resonanz bei der Regionale-Agentur Südwestfalen gestoßen. 

Der entscheidende Meilenstein zur Realisierung war jedoch der Kauf des gesamten Grundstücks durch die Stadt Halver. Die Initiatoren konnten im Juli 2020 endlich die Eigentümer, die Geschwister Wippermann, von dem Projekt überzeugen und der Kämmerer konnte am 10. Juli 2020 den von ihm mit den Eigentümern ausgehandelten Vertrag unterzeichnen – vorbehaltlich der Genehmigung durch den Hauptausschuss der Stadt Halver. 

In die weitere Projektrealisierung soll auch der Verein Stadtmarketing für Halver e.V. einbezogen werden. Eine Arbeitsgruppe bestehend aus unterschiedlichen Experten und interessierten Bürgern hat sich zum Ziel gesetzt, der Regionale-Agentur ein den Anforderungen entsprechendes realisierungsfähiges Projekt vorzulegen und das Projekt bis zum anvisierten 3. Stern zu begleiten. 

Wenn dieses Ziel erreicht wird, soll das Projekt in die Hände einer noch zu gründenden gGmbH gegeben werden, die einerseits für die konkrete bauliche Realisierung andererseits jedoch auch für die nachfolgende konkrete organisatorische Leitung des Kreativ Quartiers Wippermann verantwortlich sein wird.