UWG Fraktion – 10.05.2020

Antrag: Digitalisierungskonzepte der Halveraner Schulen in Zeiten der Corona-Pandemie

Die plötzlichen Schulschließungen im Kontext der Corona-Pandemie haben gezeigt, wie entscheidend digitale Konzepte in Schulen für die schulische Bildung sein können. Schulen, die sich bereits in der Vergangenheit mit diesem Thema intensiv beschäftigt hatten, konnten in dieser Zeit einen wesentlich besseren Unterricht gewährleisten, als diejenigen, die diesen Weg noch nicht gegangen waren. (siehe anliegende Artikel aus der überregionalen Presse).

Auch wenn zur Zeit viele Lockerungen umgesetzt werden. Das Virus ist nicht verschwunden. Es gibt Stand heute weder ein lebensrettendes Medikament noch eine Impfung. Alle Wissenschaftler betonen, dass dies auch vor 2021 nicht zu erwarten ist. Aus diesem Grunde müssen wir auch als Kommunalpolitik davon ausgehen, dass ein „normaler“ Schulbetrieb noch lange auf sich warten lassen wird. Wir werden in den Schulen über die nächsten Monate hinweg insbesondere Risikopersonen in den unterschiedlichen Gruppen (Lehrer, Schüler, Eltern) schützen müssen. Digitaler Unterricht wird insofern weiter Tagesgeschäft in Schulen sein. Schülerinnen und Schüler, die gesundheitliche Risiken haben, haben ein Recht auf Unterricht und Bildung. Und Lehrerinnen und Lehrer aus einer Risikogruppe haben weiterhin ein Recht auf Arbeit. Das wird nur digital zu leisten sein. Darüber hinaus wird digitaler Unterricht der entscheidende Baustein der Schule von morgen werden. Schnelle Konzepte sind daher nicht nur aufgrund der derzeitigen Ausnahmesituation wichtig, sondern auch für die Zukunft ein entscheidender Wettbewerbsvorteil einer jeden Schule und damit einer jeden Kommune, die sich früh auf diesen Weg macht.

Es stellt sich daher die Frage, welche Bedingungen wir im Hinblick auf die Digitalisierung in unseren Schulen möglichst kurzfristig schaffen müssen.

Wir haben in Halver das Glück, dass sich mit dem Anne-Frank-Gymnasium eine Schule bereits seit 5 Jahren mit einem Digitalisierungskonzept beschäftigt hat und viele digitale Voraussetzungen dort bereits professionell umgesetzt werden konnten. Ein Großteil im Übrigen nicht mit städtischen Geldern, sondern mit Hilfe der privaten Finanzierung über den Förderverein. Dieses Konzept kann als „Blaupause“ für die anderen Halveraner Schulen dienen.

Des Weiteren haben wir seit dem 1.5.2020 mit Herrn Jörn Müller einen ausgewiesenen Fachmann im IT-Bereich der Stadt Halver beschäftigt, der das Konzept des AFG seit Jahren professionell begleitet hat. 

Abschließend sei noch darauf hingewiesen, dass die Bundesregierung vor ca. 2 Wochen einen Betrag von 500 Mio. € zur Anschaffung digitaler Endgeräte für Schüler zur Verfügung gestellt hat.

Die UWG-Fraktion im Rat der Stadt Halver stellt aufgrund dieser Sachlage folgenden 

Antrag

  1. Der Ausschuss für Bildung und Jugend wird kurzfristig einberufen. Alle Schulleiter sind zusätzlich einzuladen.
  • Der Schulleiter des AFG, Paul Meurer und der IT-Experte Jörn Müller stellen das Digitalisierungskonzept des AFG hier vor.
  • Für alle Halveraner Schulen ist kurzfristig eine Bestandsaufnahme digitaler Voraussetzungen vorzunehmen und ein Konzept für die Zukunft zu erarbeiten:
  • Welche WLAN-Verfügbarkeit existiert bereits an den Schulen?
  • Gibt es Möglichkeiten das WLAN kurzfristig zu verbessern?
  • Welche konkreten Maßnahmen sind hierzu notwendig? Hardware, Verkabelung, Server etc.
  • Welche Software-Lizenzen existieren und welche werden zusätzlich benötigt – für die Schule, die Lehrerkollegien und die Schüler? Können die Verträge des AFG hier einfach „aufgestockt“ werden?
  • Welche zusätzliche Software benötigen insbesondere die Grundschulen?
  • Sind die Sicherheitskonzepte des AFG schnell auf andere Schulen übertragbar?
  • Welche Endgeräte werden benötigt? Sind andere Schulen bereit, das „Bring-your-own-device-Konzept“ des AFG zu übernehmen? Welche Möglichkeiten gibt es, die Fördergelder der Bundesregierung für Endgeräte in das Konzept zu integrieren?
  • Welche zusätzlichen Ausstattungen der Schulen sind notwendig und sinnvoll (z.B. Whiteboards, Kameras, 
  • Wie kann eine Fortbildung der Schulleitungen und Lehrerkollegien in der Stadt organisiert werden?

Die Fragestellungen sollen als erster Leitfaden dienen und erheben keinesfalls den Anspruch auf Vollständigkeit. 

  • Es ist ein Kosten- und Finanzierungsplan für dieses Projekt zu erstellen. Dabei ist insbesondere die Möglichkeit der kurzfristigen Nutzung von Förderprogrammen des Landes NRW und der Bundesregierung zu prüfen.

Die UWG-Fraktion bittet den Hauptausschuss, diesen Antrag zu unterstützen. Wir haben keine Zeit zu verlieren.